Jahresbericht 2009
Schweinegrippe, Abwrackprämie, Superwahljahr - in gewisser Weise auch für die Feuerwehr Schenefeld Themen des Jahres 2009. 


 

Als Deutschland sich auf H1N1 vorbereitete, wurde auch in Feuerwehrkreisen über evtl. Maßnahmen gesprochen. Wir erhielten Desinfektionsmittel zum Hände reinigen und spezielle Filtermasken, die wir z. B. bei Tragehilfen für den Rettungsdienst mit Schweinegrippe-Patienten anwenden. Einen Fall hatten wir dann auch. Die Patientin erlag der Grippe Ende November.

In 2009 verabschiedeten wir uns von unserem Tanklöschfahrzeug TLF16. Die Stadt wird wohl keine Abwrackprämie erhalten haben; einen Erlös gab es trotzdem. Aber auch wir mussten etwas Neues anschaffen. Seit April verfügen wir über ein Löschgruppenfahrzeug LF10. Das Fahrzeug hat u. a. einen 1200l-Wassertank. Aufgrund seiner Geländegängigkeit und einer separaten Tragkraftspritze (einer tragbaren Feuerlöschpumpe), hat es sein Einsatzgebiet u. a. in den Randgebieten Schenefelds.

Wahlen gab es auch in diesem Jahr bei uns. Wir bestätigten Thomas von Appen für eine

3. Amtszeit in seinem Amt als Kassenwart und wählten Harald Oentrich als Gruppenführer, sowie Frithjoff Eggerstedt als seinen Stellvertreter.

Mit 205 Einsätzen haben wir eine Schallmauer durchbrochen. 1997 war das bisherige Rekordjahr mit 174 Einsätzen. Die 205 Einsätze teilten sich u. a. in 48 Feuer, 16 Fehlalarmierungen und 138 technischen Hilfeleistungen aus.

In diesen sind auch markant hohe Einsatzzahlen an Tragehilfen und Türöffnungen für Rettungsdienst und Polizei eingerechnet.

Auch unwetterbedingt kamen wir auf 65 Einsätze.

Insgesamt waren wir dabei im Schnitt 29 Minuten und mit 8 Kameraden und Kameradinnen ausgerückt. 

Interessant auch die Aufteilung der Alarmierungszeiten. Auf dem ersten Blick recht gleichmäßig über den Tag verteilt; die meisten Einsätze fahren wir jedoch, wenn wir unserer regulären Arbeit nachgehen; und das nicht unbedingt in Schenefeld.

Auszüge aus dem Geschehen:

Am 01.01.2009 wurden wir in die Blankeneser Chaussee gerufen. Ein Rohrbruch ließ Wasser aus dem Dachgeschoss über die 1. Etage ins Erdgeschoss laufen. Wir nahmen Großteile des Wassers aus den betroffenen Wohnungen auf.

Bei einem vermutlichen PKW-Brand konnten wir Entwarnung geben. Eine „gut“ funktionierende Standheizung gab Anlass zur Alarmierung.

Mitte Januar alarmierte uns die Brandmeldeanlage auf dem Spar-Gelände. Ein geplatztes Rohr sorgte für Druckabfall in der Anlage und löste den Alarm aus.

Im Februar hielten wir uns 6 ½ Stunden am Holstenplatz auf. Ein Feuer in einem Kellertrakt erzeugte starke Hitze- und Rauchentwicklung. Aus dem 1. Obergeschoß konnten wir mit der Drehleiter eine alte Dame und ihren Sohn retten. Der Rauch war schon in die Wohnung eingedrungen. Ende Februar beschäftigte uns ein Wasserrohrbruch in einem Keller in der Altonaer Chaussee. 30qm Keller waren 30-40cm unter Wasser.

Komische Geräusche in einem Heizungsventil waren der Grund für einen Mieter die Feuerwehr zu alarmieren. Wir konnten entwarnen und haben an den Hausmeister verwiesen, der sich um die Heizungsanlage kümmern sollte.

Beim Umgang mit Gaskochern muss darauf geachtet werden, die Kartusche richtig anzuschließen. Ansonsten kommt es zu Gasaustritt. Wir wurden aufgrund Gasgeruches alarmiert und belüfteten die Wohnung. Glücklicherweise ist nicht mehr passiert.

Anfang März rückten wir zu Nachlöscharbeiten bei einem Kellerbrand in der Blankeneser Chaussee aus. Das Feuer ist von alleine ausgegangen, trotzdem war der Raum verrußt.

Am 07.03. mussten wir den Uetersener Weg sperren. Bei Abbrucharbeiten wurde eine Gasleitung beschädigt. In mehreren Schächten sowie in Straßenlaternen wurde Gas festgestellt. Wir sicherten ab und übergaben später die Einsatzstelle an den Energieversorger.

Im April brannte eine Straßenlaterne, allerdings nicht im klassischen Sinne. Durch Vandalismus, die Laterne wurde umgestoßen, kam es zum Brand der Elektroeinheit. Außerdem stellten offen liegende Stromkabel eine Gefahr dar. 

Am 19.4. entfernten wir eine herrenlose Gasflasche von einem Baugerüst aus 10m Höhe, bevor sie sich selber entfernt. Die Flasche stand unter starker Sonnenbestrahlung.

Im Mai kam es zur Jungfernfahrt des LF10. Neues Auto, neue Straße. Im Autal brannte Dämmmaterial in einem Neubauhaus.

Eine ungewöhnliche Form von Unterstützung des Rettungsdienstes hatten wir am 7.5. im Stadtzentrum zu erledigen. Vor einer Parfümerie mussten wir Schaulustige fernhalten, um die Würde des Patienten zu wahren.

Anfang Juni der nächste Gasalarm. Ein Bagger durchtrennte eine Hausanschlussleitung in der Hauptstraße.

Auch dieses Jahr hatten wir Personen aus festsitzenden Fahrstühlen zu befreien, so auch am 10.06. im Wurmkamp.

Einen Tag später am 11.06. löschten wir das Verdeck eines Cabrios in einer Tiefgarage im Krähenhorst. Das befürchtete Großfeuer und das Übergreifen des Feuers auf andere Fahrzeuge ist zum Glück ausgeblieben.

Tor 1, 2 oder 3 – das reichte nicht am 26.6. Eine Person wurde gesucht, die Polizei forderte uns an. Erst nach Öffnung der 5. Tür trafen wir auf die Person. Sie war wohlauf.

Auch gekracht hat es mehrmals in 2009. Am 15.07. traf es einen BMW Z4, der in einen Fiesta fuhr an der Kreuzung Altonaer Chaussee, Industriestraße, Osterbrooksweg. Eine Person musste ins Krankenhaus.

XFEL: Bis zum Juli hatten wir an der Baustelle keinen Einsatz. Am 16.07. rückten wir an, um eine Person aus Zwangslage zu befreien. Als wir eintrafen, war die Person bereits befreit, musste aber notärztlich behandelt werden.

Kippfenster können für Tiere tödlich sein. Diese Feststellung mussten die Besitzer im Osterbrooksweg machen. Ihr Haustier ist dazwischengeraten. Wir konnten die Katze zwar befreien, die Behandlung in der Tierklinik half aber leider nicht mehr.

Falsch abgebogen ist am 26.7. ein Autofahrer. Er fuhr morgens am Swatten Weg einen Laternenmast und einen Stromverteilerschrank um.

Ein Grund für die hohe Zahl an Einsätzen war der 09. August. 53 Einsätze alleine an diesem Tag, verursacht durch sintflutartige Regenfälle. Diverse Keller, eine Apotheke und Wohnungen waren frei zu lenzen. Die Feuerwehr Halstenbek konnte uns dieses Mal nicht helfen, da  sie selber beschäftigt waren. Wir bekamen Unterstützung aus Pinneberg und Bönningstedt.

Am 18.8. stürzte eine Person von einem Balkon des 2 . OG eines Wohnhauses am Wurmkamp. Wir unterstützen den Rettungsdienst.

Ende September löschten wir einen  brennenden PKW auf dem Gelände der Firma

Harry-Brot.

Am 22.11. fuhren wir nach Halstenbek und unterstützen mit unserem Sprungretter. Eine Person drohte von einem Haus zu springen. Sie konnte davon abgebracht werden und wurde an den Notarzt übergeben.

Zwei Tage später wollte sich ein Mann das Leben in Schenefeld nehmen. Wir fanden ihn nach Anruf von Angehörigen in der Badewanne vor, und nahmen Gaskocher und Tabletten weg.

Zum Abschluss des Jahres hat die Brandmeldeanlage im Stadtzentrum gute Dienste geleistet. Werden wir i. d. R. aufgrund von Fehlern alarmiert, bewahrte die Technik in diesem Fall vor Schlimmeren. Ein Schmorbrand im Technikraum wurde von uns gelöscht.

 

Außerhalb des Einsatzgeschehens bewegte uns der Tag der offenen Tür in diesem Jahr. Wir waren angetan vom Zuspruch der Bevölkerung. Trotz zweier Regengüsse hatten die Polizei und wir volles Haus zu vermelden. Fahrzeuge, Technik und Räume wurden interessiert von den Schenefeldern und Auswärtigen besichtigt.

 

XFEL, das Röntgenlaserprojekt mit Schleswig-Holsteins größter Baustelle, ist auch abseits von Einsätzen aktuell wichtiges Thema. Rechtliche Rahmen und die Bedingungen der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Hamburg wurden und werden abgestimmt. Dabei geht es auch nicht nur um die Risiken in der Bauphase, sondern um die Zusammenarbeit im regulären Betrieb. Eine offene Aufgabe ist z. B. die Organisation des Funkverkehrs, da Hamburg und Schleswig-Holstein im Einsatzstellenfunk zukünftig unterschiedliche Techniken verwenden.

Im April waren wir mit einer Abordnung bei unserer befreundeten Wehr in Picher und nahmen an einem Wettkampf teil. Bei den Aufgaben ging es um Erste-Hilfe, die Abarbeitung eines Löschangriffes, Feuerwehrknoten mussten richtig und unter Zeitdruck gebunden werden, außerdem  wurde theoretisches Feuerwehrwissen abgefragt. Ganz knapp mit einer Sekunde gewannen wir den Pokal.

Im Mai nahmen wir traditionell am Blütenmarsch in Jork teil, ließen dort aber anderen Wehren den Vortritt für die ersten Ränge.

Auch die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten genoss dieses Jahr wieder einen hohen Stellenwert.

 

Zum Abschluss noch aktuelle Zahlen der Wehr.

Zum 31.12. verfügte Ihre Feuerwehr über 6  Kameradinnen und 66 Kameraden in der Einsatzabteilung und 2 Mann in der Reserveabteilung.

In der Ehrenabteilung haben wir den Tod von Hans Brandt zu verschmerzen gehabt.

Aktuell sind Lars Andersson, Werner von Appen, Helmut Hoffmann, Manfred Kruse,

Herbert Lüdemann, Karl-Heinz Müller, Heinz-Hermann Schäfer, Karl Schenck,

Horst Seemann, Kurt Seemann,  sowie die Ehrenwehrführer Heiner Berens, Robert Eggerstedt und Klaus Nast Mitglieder der Ehrenabteilung. 


Feuerwehr Schenefeld

29.01.2010